Dresdner Nachrichten 24.9.2008
Dresden. Die Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM) hat einen Mangel an Mikrobiologen in deutschen Krankenhäusern beklagt.
"Das hängt klar mit der Finanzierung des Gesundheitssystems zusammen", sagte der Präsident der Jahrestagung der DGHM in Dresden, Werner Solbach, am Montag. Jährlich würden sich etwa 500 000 Patienten in Deutschland eine Infektionskrankheit im Krankenhaus zuziehen. Durch ökonomische Zwänge sei die Bedeutung der Mikrobiologie vernachlässigt worden. Die Zahl dieser Fachärzte sinke mit dem Stellenabbau. Für die sichere Versorgung würden so in den nächsten fünf Jahren bundesweit mindestens 200 Mikrobiologen fehlen.
Kritisiert wurde zudem die Laborzentralisierung sowie Auslagerung labordiagnostischer Leistungen aus den Kliniken. Dabei seien die Erfolge der Infektionsmedizin in Deutschland auf die enge Vernetzung der Mikrobiologie, Virologie und Hygiene zurückzuführen, sagte DGHM- Präsident Jürgen Heesemann.
"Die Infektionsmedizin kann man nicht zerstückeln." Notwendig seien eine fundierte Aus- und Weiterbildung von Ärzten und Pflegepersonal, Investitionen in die Antibiotika- Forschung sowie Präventionssysteme. "Mit guter Hygiene im Krankenhaus können im Krankenhaus erworbene Infektionen so klein wie möglich gehalten werden", so Solbach.
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