Preisvergabe 2007 der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie
Die Hauptpreise 2007 der Stiftung der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie gingen an Prof. Dr. med. Christof von Eiff, leitender Oberarzt am Institut für Medizinische Mikrobiologie des Universitätsklinikum Münster und Prof. Dr. med. vet. Lothar Wieler, Direktor des Instituts für Mikrobiologie und Tierseuchen am Fachbereich Veterinärmedizin der Freien Universität Berlin. Die Hauptpreise sind in diesem Jahr mit jeweils 3.500 EUR dotiert.
Herr von Eiff wurde für seine herausragenden Arbeiten zur Epidemiologie und Ökologie von Staphylokokken, insbesondere von Staphylocoous aureus, geehrt.Er konnte u. a. nachweisen, dass die Besiedelung des Nasenvorhofs die hauptsächliche Quelle für nachfolgende, invasive S. aureus - Infektionen darstellt, eine Entdeckung, die u.a. Grundlage für weltweite Folgearbeiten war. Ein weiterer herausragender Schwerpunkt seiner Arbeiten hat zur Aufklärung der Bedeutung von sog. "Small-Colony Variants" geführt. In molekularbiologischen Studien sowie in Untersuchungen zur Physiologie konnte der Zusammenhang zwischen dem Nachweis dieser Varianten aus klinischen Untersuchungsmaterialien und chronisch-persistierenden Staphylokooken-Infektionen erklärt werden.
Herr Wieler beschäftigte sich vornehmlich mit der Epidemiologie und Pathogenese von tier- und humanpathogenen E. coli Stämmen. Er wurde mit dem Hauptpreis für seine Arbeiten geehrt, mit denen er einen herausragenden Beitrag zum Verständnis von E.coli als Zoonose-Erreger geleistet hat. Er konnte u.a. zeigen, dass eine Assoziation zwischen Durchfall bei Kälbern und Infektionen mit Shiga-Toxin produzierenden E.coli (STEC) bei Menschen besteht. Seine Daten weisen darauf hin, dass E.coli verschiedener Tierspezies prinzipiell als Zoonose-Erreger bewertet werden müssen, spezies-spezifische Stämme demnach die Ausnahme darstellen.
Bild 1 von links: Prof. W. Solbach (DGHM-Stiftung), Prof. S. Hammerschmidt (BD-Forschungspreis), PD Dr. C. Josenhans (Förderpreis), A. Mellmann (bioMérieux- Diagnostikpreis), Dr. U. Schleicher (Förderpreis), Prof. C. von Eiff (Hauptpreis), Prof. L. Wieler (Hauptpreis), Prof. G. Peters (DGHM-Stiftung)
Die mit 2.500 EUR dotierten Förderpreise wurden an PD Dr. rer. nat. Christine Josenhans, Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene der Medizinischen Hochschule Hannover, und Dr. rer. nat. Ulrike Schleicher, Abteilung für Mikrobiologie und Hygiene, Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene des Universitätsklinikums Freiburg, verliehen. Dr. Josenhans wurde für ihre Arbeiten zur Genetik und Funktion der Flagellen von Helicobacter spp. geehrt, mit denen sie neue Wege aufgezeigt hat, die die Pathogenese der chronisch-persistierenden Entzündung und auch der möglichen Krebsfolge nach einer H. pylori Infektion erklären können.
Dr. Schleicher erhielt den Preis für ihre Arbeiten, die zur Aufklärung grundlegender Funktionen von Zellen des angeborenen Immunsystems im Kontext der Leishmanien-Infektion beigetragen haben. Sie hat damit einen sehr wichtigen Beitrag zum Verständnis der Ereignisse und Abläufe in der frühen Phase von intrazellulären Infektionen geleistet.
Den von der Firma bioMérieux jährlich gestifteten Diagnostikpreis in Höhe von 2.500 EURO erhielt Dr. med. Alexander Mellmann, Institut für Hygiene,
Universitätsklinikum Münster, für seine Arbeiten, in denen er sich insbesondere mit der Typisierung von EHEC und S. aureus beschäftigte und es ihm gelungen ist, Ergebnisse aus der Grundlagenforschung direkt für die Belange der Klinischen Diagnostik einzusetzen.
Der Becton Dickinson-Forschungspreis für Klinische Mikrobiologie (2.500 EURO), ging an Prof. Dr. rer. nat. Sven Hammerschmidt, Max-von Pettenkofer Institut für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie, LMU München. Er beschäftigte sich vorwiegend mit Adhäsions- und Kolonisationsfaktoren von Pneumokokken und hat damit einen wesentlichen Beitrag zum Verständnis von Kolonisierung und Invasion des Respirationstraktes durch Pneumokokken und damit beispielhaft für andere Bakterien geleistet.
Der Promotionspreis in Höhe von 500 EUR ging an Dr. Sven Hobbie, Institut für Medizinische Mikrobiologie Universität Zürich, der zur Aufdeckung der molekularen Struktur-Funktionsbeziehungen bei der Interaktion von Ribosomen mit Aminoglykosiden beigetragen hat.
Bild 2 von links: Prof. Dr. J. Heesemann (Präsident der DGHM), Dr. Sven Hobbie (Promotionspreis), Prof. Dr. I. Autenrieth (Tagungspräsident)
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