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DGHM-Preisverleihung 2017

Die Preisverleihung fand am 5. März 2017 im Rahmen der 5. Gemeinsamen Tagung von DGHM und VAAM "Microbiology and Infection" in Würzburg statt.

 

Preisträger

        von links: W. Solbach (Stiftung), S. Guenther (BD Forschungspreis), D. Storm (BD), S. Wagner (Förderpreis),
        B. Stecher (Hauptpreis), M. Frosch (Stiftung), S.L. Becker (bioMérieux Diagnostikpreis), U. Knauf (bioMérieux)

 

Der mit 5000 EUR dotierte DGHM-Hauptpreis wird an Prof. Dr. rer. nat. Bärbel Stecher-Letsch (Max-von-Pettenkofer Institut) verliehen.

Frau Stecher-Letsch (Jahrgang 1976) beendete 2001 den Biologie-Diplomstudiengang an der LMU München. Danach wechselte sie an die ETH Zürich, wo sie 2005 im Fach Mikrobiologie promovierte. Nachdem sie als Postdoc an der ETH Zürich und als Short Term Fellow an der McMaster University, Canada tätig war, kehrte sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin nach München zurück und entwickelte am Lehrstuhl für Mikrobiologie und Krankenhaushygiene des Max-von-Pettenkofer Instituts ein neuartiges gnotobiotisches Mausmodell, in dem sie keimfreie Mäuse mit 12 charakteristischen Darmbakterienarten (Oligo-Maus-Microbiota=OMM) besiedelt hat. Durch die Charakterisierung der OMM durch Genomsequenzierung konnte sie protektive Bakterienarten identifizieren, die eine Salmonelleninfektion abschwächen (Interferenzeffekt). In weiteren Untersuchungen konnte sie die Bedeutung der intestinalen Mikroflora für Infektionserreger (z.B. Kolonarisierungsresistenz), chronisch entzündliche Darmerkrankungen bis hin zur Kontrolle von Entzündungsreaktionen über die Darm- ZNS Achse zeigen.

2011 wurde Frau Stecher auf eine W2-Professur am Max-von-Pettenkofer Institut berufen. Ihre Ergebnisse hat sie in 46 Originalarbeiten und 8 Übersichtsarbeiten veröffentlicht.

Der DGHM-Förderpreis 2017, dotiert mit 2500 EUR, wird an Herrn Jun.-Prof. Dr.  Samuel Wagner verliehen. Samuel Wagner ist Mikrobiologe und Biochemiker, dessen besonderes Interesse der in vivo Analyse der Biogenese und Funktion von bakteriellen Virulenz-assoziierten Sekretionssystemen und deren Substraten gilt.

Nach dem Studium, das er in Marburg begann und 2003 am Karolinska Institut in Stockholm abschloss, promovierte er 2008 im Fach Biochemie an der Stockholmer Universität, anschließend war er als Postoc an der Yale University (New Haven; USA) in der Arbeitsgruppe von Jorge Galán tätig. 2012 erhielt er einen Ruf als Junior-Professor an das Interfakultäre Institut für Infektionsmedizin nach Tübingen, wo er 2015 die Leitung der Sektion “Zelluläre und Molekulare Mikrobiologie” übernahm.

Das besondere Augenmerk von Samuel Wagners Forschung gilt den Typ III Sekretionssystemen (T3SS) von Salmonella Typhimurium. Samuel Wagner konnte die Biogenese und Stochiometrie dieses komplexen Apparates aufklären und zentrale Prozesse des Exports von Substraten beleuchten. Des Weiteren entwickelte er einen Inhibitor der Expression von T3SS und anderer Virulenzfaktoren von Salmonellen, der großes Potential für die Prävention, Eindämmung und Therapie von Infektionen durch Samonellen besitzt. Seine Arbeiten wurden in 19 Originalartikeln und 5 Übersichtsarbeiten veröffentlicht. 2012 erhielt er in Anerkennung seiner Arbeit den mit 1,35 Mio. EUR dotierten Sofja Kovalevskaja Preis der Alexander von Humboldt Stiftung.

Der mit 2500 EUR dotierte Becton Dickinson Forschungspreis wird an Herrn PD Dr. rer. nat. Sebastian Guenther verliehen. Herr Guenther studierte in Jena Pharmazie und erhielt 2002 seine Approbation als Apotheker. Im Jahr 2003 promovierte er zum Dr. rer. nat. am Leibniz Institut für Naturstoffforschung in Jena. Nach einer Postdoczeit am GKKSS Forschungszentrum in Teltow wechselte er 2006 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an das Institut für Mikrobiologie und Tierseuchen der FU Berlin, wo er von 2013-2016 die Arbeitsgruppe „Interdisziplinäre Resistenzforschung (IRF) leitete. 2015 wurde er habilitiert und erhielt die Lehrbefugnis für das Fach „Molekulare Mikrobiologie“. Seit 2016 ist er Laborleiter des Instituts für Tier- und Umwelthygiene, Freien Universität Berlin, Fachbereich Veterinärmedizin und stellvertretender Leiter des DVG-Konsiliarlabor ESBL-produzierende E. coli.

Sebastian Guenthers Forschungsschwerpunkt liegt auf dem Gebiet der funktionalen molekularen Epidemiologie von multi-resistenten Gram-negativen Erregern, wie Extended-Spectrum beta-Lactamase (ESBL)- produzierende extraintestinal pathogenen E. coli (ExPEC). Neben der detaillierten molekularen und phylogenetischen Analyse von ESBL-Produzenten aus Human- und Veterinärmedizin mittels Next-Generation-Sequencing Technologien (Illumina MiSeq®) entwickelte Guenther in den letzten Jahren ein zweites Hauptarbeitsgebiet: Die funktionelle Analyse des Einflusses von Resistenz-Plasmiden auf den Metabolismus, die Fitness und die Virulenz des bakteriellen Wirtes. Mit Hilfe modernster funktional-molekularbiologischer Methoden bearbeitet Herr Guenther infektionsepidemiologische Fragenstellungen multiresistenter Erreger .

Der ebenfalls mit 2500 EUR dotierte bioMérieux Diagnostikpreis geht in diesem Jahr an Herrn Dr. med. Dr. phil. Sören Leif Becker. Herr Becker (Jahrgang 1985) studierte in Freiburg und Rom Medizin. Er promovierte zum Dr. med. (Universität Freiburg) und zum Dr. phil. (PhD) (Universität Basel) jeweils mit der Note summa cum laude. Seit 2012 ist er als Assistenzarzt in Weiterbildung am Institut für Med. Mikrobiologie des Universitätsklinikums Saarbrücken und in der Klinisch-tropenmedizinischen Forschung am Department für Epidemiologie und Public Health, Schweizerisches Tropen- und Public Health-Institut, Basel, Schweiz tätig.

Seine wissenschaftlichen Arbeiten sind vielfältig und haben insbesondere die Pathomikrobiologie von Einwohnern im Sub-Saharischen Afrika zum Thema. Herr Becker konnte u.a. im Rahmen der EU-geförderten NIDIAG-Initiative Nachweisverfahren für humapathogene Parasiten evaluieren und die Pathomikrobiologie von sub-saharischen Einwohnern mit und ohne chronisch-intestinale Symptomatik analysieren. Von den insgesamt 28 Originalarbeiten und Reviews, die Herr Becker vorlegt, sind allein 21 in den vergangenen beiden Jahren (2015 und 2016) entstanden.

 

Promotionspreise

 

Promotionspreisträger

von links: W. Solbach (Stiftung), Promotionspreisträger D. Hanzelmann, E.Fiskin, V. Königer, S. Brugiroux, M. Frosch (Stiftung)

 

DGHM-Promotionspreise, dotiert mit je 500 EUR

Dr. rer. nat. Evgenij Fiškin

Titel der Dissertation „Role of ubiquitination in bacterial infection“

Angefertigt unter der Leitung von Prof. Ivan Dikic am Institut für Biochemie II der Goethe-Universität in Frankfurt am Main.

 

Dr. rer. nat. Dennis Hanzelmann

Titel der Dissertation: „Toll-like receptor 2 activation capacity of Staphylococcus aureus”

Angefertigt unter der Leitung von Prof. Dr. Andreas Peschel am Interfakultären Institut für Mikrobiologie und Infektionsmedizin Tübingen (IMIT).

 

Dr. rer. nat. Verena Königer

Titel der Dissertation „CEACAMs as novel receptors for Helicobacter pylori outer membrane protein HopQ”

Angefertigt unter der Leitung von Prof. Dr. Rainer Haas am Max von Pettenkofer-Institut der LMU München.

 

DZIF-Promotionspreise der DGHM, dotiert mit je 500 EUR:

Dr. rer. nat. Sandrine Brugiroux

Titel der Dissertation: „Establishment of a gnotobiotic mouse model to investigate the mechanisms of colonization resistance against Salmonella enterica serovar Typhimurium (S.Tm) and study of the protective role of the intestinal mucus layer during S.Tm infection“

Angefertigt unter der Leitung Prof. Dr. Bärbel Stecher-Letsch am Max von Pettenkofer-Institut der LMU München.

 

Dr. rer. nat. Frau Angela Kling

Titel der Dissertation “Mode of action and resistance mechanism of griselimycin”

Angefertigt unter der Leitung von Prof. Dr. Rolf Müller, am Helmholtz Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS).

 

Dr. rer. nat. Viktoria Liss

Titel der Dissertation: “Remodeling of the host cell endosomal system by Salmonella enterica: Structural and functional characterization”

Angefertigt unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Hensel, in der Abteilung Mikrobiologie der Universität Osnabrück.