Infektionsimmunologie
Die Infektionsabwehr ist eine zentrale Funktion unseres Immunsystems. Dabei kommt es zu einem komplexen Wechselspiel zwischen Infektionserregern und deren Produkten einerseits und den dadurch ausgelösten Reaktionen des Immunsystems andererseits. Die jeweilige Wirt-Pathogen-Interaktion bestimmt hierbei den Ausgang der Infektion, der von steriler Immunität, der Etablierung einer chronischen Infektion bis hin vom Tod des Infizierten reicht. Gerade im Zeitalter zunehmender Antibiotikaresistenzen ist es von großer Wichtigkeit, Mechanismen der antimikrobiellen Immunität sowie Immunevasionsmechanismen zu ergründen. Neben immunmodulatorischen Therapiestrategien können aus diesem Wissen neue wirtsgerichtete Therapieansätze erwachsen, die in eine Ertüchtigung der Abwehrleistung und in eine gelungene Infektionsabwehr münden.
63 Forscher und Forscherinnen aus 20 verschiedenen Standorten in Deutschland trafen sich vom 16. bis zum 18. März 2026 auf Burg Rothenfels zum 29. Symposium „Infektion und Immunabwehr“ und diskutierten aktuelle Forschungsergebnisse.
Das Ziel der Fachgruppe ist die Diskussion und Zusammenarbeit derjenigen Gruppen zu fördern, die an der molekularen Struktur, der Organisation und der Interaktion der einzelnen Komponenten des Immunsystems und deren Einfluss auf Infektionen interessiert sind. Neben Anthroponosen beschäftigt sich die Fachgruppe intensiv mit Zoonosen, da diese einen großen Anteil der neu auftretenden Infektionskrankheiten darstellen. Die Fachgruppe bietet dazu eine Plattform für Infektionsimmunologen, die verschiedene Aspekte der Immunantwort (z. B. angeborene vs. erworbene Immunität) gegenüber verschiedenen Infektionserregern (Bakterien, Parasiten, Pilze, Viren) in präklinischen und klinischen Studien bearbeiten.
Der Arbeitskreis Infektionsimmunologie ist die einzige Fachgruppe, die sowohl Teil der Deutschen Gesellschaft für Immunologie (DGfI) als auch der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM) ist. Sie stellt somit ein wichtiges Bindeglied zwischen beiden Fachgesellschaften dar.
Gegenwärtig besteht die Fachgruppe aus 260 Mitgliedern. Unsere wichtigste Aktivität ist die jährliche Arbeitstagung (Minisymposium „Infektion und Immunabwehr“) auf Burg Rothenfels im Frühjahr mit bis zu 100 Teilnehmern. Neben Übersichtsvorträgen aus dem Kreis der infektionsimmunologisch aktiven Arbeitsgruppen und zwei „keynote lectures“ zu aktuellen infektionsimmunologischen Themen besteht der überwiegende Teil der Tagung aus Kurzvorträgen aus dem Kreis der eingereichten Tagungsbeiträge. Für den besten Kurzvortrag wird der „BD-Preis für Infektionsimmunologie“ vergeben.
Schwerpunktthemen
- Pathogen-Erkennung: Rezeptoren und Signalwege
- Antimikrobielle Effektoren und Abwehrmechanismen
- Zelluläre Infektionsimmunität und Entzündungsregulation
- Vakzinierungsstrategien und wirtsgerichtete Therapieansätze
- Immunmetabolismus bei Infektionen
- Wechselspiel zwischen Mikrobiom, Gewebemikromilieu und Infektionsabwehr
- Auswirkungen von Koinfektionen auf die Infektionsabwehr
Wenn Sie Mitglied dieser Fachgruppe werden möchten, bitte eine kurze formlose Mail senden an: office@dghm.de
Vorstand
Vorstand bis 2028:
Sprecherin:
Prof. Dr. Stefanie Scheu
Institut für Immunologie
Universitätsmedizin Rostock
Schillingallee 70
D-18057 Rostock
stefanie.scheu@med.uni-rostock.de
Tel: +49 381 494 5870
Stellvertretender Sprecher:
Prof. Dr. Bastian Opitz
Klinik für Infektiologie und Intensivmedizin
Charité – Campus Virchow-Klinikum (CVK)
Augustenburger Platz 1
13353 Berlin
bastian.opitz@charite.de
Tel: +49 30 450 553501
Schriftführerin:
Dr. Bianca Schneider
Forschungszentrum Borstel
bschneider@fz-borstel.de
Save the Date:
30. Symposium „Infektion und Immunabwehr“
Burg Rothenfels, 15.-17.3.2027
Anmeldung: Symposium Burg Rothenfels
BD Vortragspreis vergeben
Zwischen 16.-18.03.2026 fand das 29. Symposium der FG Infektionsimmunologie auf Burg Rothenfels statt. Dinah Lange (Universitätsklinikum Köln) und Paulina Schad (Universitätsklinikum Heidelberg) erhielten den BD-Vortragspreises für Infektionsimmunologie.
Preisverleihung des BD-Vortragspreises für Infektionsimmunologie (v. l.): Prof. Bastian Opitz (Charité – Universitätsmedizin Berlin), Prof. Stefanie Scheu (Universität Rostock), Dinah Lange (Universitätsklinikum Köln), Paulina Schad (Universitätsklinikum Köln), Dr. Bianca Schneider (Forschungszentrum Borstel).
Außerdem wurde der „Come-back-to-Rothenfels Award“ an die beiden Nachwuchswissenschaftler Tobias Köhler (Universität Würzburg) und Lars André Jager (Universitätsklinikum Regensburg) verliehen, mit dem Ziel, ihnen im Folgejahr die erneute Teilnahme zu ermöglichen und den Fortschritt ihrer vielversprechenden Projekte zu präsentieren.